Personen stehen vor einer Präsentationsleinwand
C. Sandhu / HTWD
Teilnehmende der 7. MARISS-Sommerschule 2026
Erstellt von Forschungskommunikation |

Internationale Sommerschule an der HTWD stärkt Deutsch-Indische Fachkräfteentwicklung für Grundwasseranreicherung

Im September 2026 brachte die internationale Sommerschule MARISS an der HTW Dresden Wissenschaftler*innen und Studierende zusammen, um sich mit künstlicher Grundwasseranreicherung und insbesondere Uferfiltration zu beschäftigen.

Längere Trockenperioden, sinkende Grundwasserstände und steigender Wasserbedarf stellen die Wasserwirtschaft weltweit vor Herausforderungen. Wie sich Grundwasserressourcen nachhaltig bewirtschaften lassen, stand im Mittelpunkt der siebten MARISS Sommerschule an der HTWD. 28 Teilnehmende aus Deutschland und Indien beschäftigten sich mit Grundwasseranreicherung und Uferfiltration.

Die gezielte Grundwasseranreicherung, international als Managed Aquifer Recharge (MAR) bezeichnet, ermöglicht es, Grundwasserleiter kontrolliert aufzufüllen und Wasserressourcen nachhaltig zu bewirtschaften. Die Sommerschule vermittelt wissenschaftliche Grundlagen und praktische Methoden für diese Aufgabe.

Theorie und Praxis verbinden

Das englischsprachige Programm richtete sich an Masterstudierende, Promovierende, Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sowie Ingenieurinnen und Ingenieure. Vorträge, praktische Übungen und Exkursionen vermittelten Kenntnisse zur Bewertung geeigneter Standorte, zur Wasserqualität und zur Modellierung von Grundwasserströmungen. Die Teilnehmenden arbeiteten mit digitalen Modellierungswerkzeugen und beschäftigten sich mit der Grundwasseranreicherung in trockenen Berg- und Küstenregionen. Ein neuer Schwerpunkt widmete sich dem Nachweis von Mikro- und Nanoplastik bei der Uferfiltration. Exkursionen führten zu Uferfiltrationsstandorten der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz in Torgau-Ost und zum Wasserwerk Sdier. Dort lernten die Teilnehmenden Verfahren und Anlagen der Wassergewinnung vor Ort kennen.

Deutsch-indische Zusammenarbeit im Wasserbereich

Die Sommerschule ist Teil des Projekts „Integration of managed aquifer recharge and water-food nexus in higher education“. Das Auswärtige Amt fördert das Vorhaben über das DAAD-Programm „GIANT – German Indian Academic Network for Tomorrow“. Ziel ist es, die Hochschulkooperation bei der Grundwasseranreicherung und an der Schnittstelle von Wasser- und Ernährungssicherheit zu stärken.

Zu den Partnern gehören das Indian Institute of Technology Roorkee und das National Institute of Hydrology in Roorkee. Fachbeiträge lieferten außerdem die Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz, der Zweckverband Fernwasserversorgung Sdier sowie die Institute für Grundwasserwirtschaft und Wasserchemie der TU Dresden.

Das Lehrgebiet Wasserwesen der HTWD organisiert die MARISS Sommerschule seit 2020 gemeinsam mit der TU Dresden und regionalen Wasserversorgern. Das Format verbindet internationale Zusammenarbeit mit anwendungsorientierter Ausbildung und stärkt die fachlichen Kompetenzen für einen nachhaltigen Umgang mit Wasserressourcen.

Erstellt von Forschungskommunikation |